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Henn Architekten| 30/30 | 24. Juni bis 14. Juli 2011

Die Ausstellung 30/30 zeigt Bilder des Architekturfotografen HG Esch, der im Sommer 2009 dreißig Projekte von Walter Henn und Gunter Henn in dreißig Tagen aufgenommen hat. Über seine Bilder scheint Esch einen Dialog zwischen den beiden Architekten und ihren Gebäuden herzustellen – Walter Henn gilt als einer der Hauptvertreter der Braunschweiger Schule, der maßgeblich den Industrie- und Verwaltungsbau der 1950er bis 1970er Jahre geprägt hat.

Die Bauten von Gunter Henn führen diese Tradition mit dem 1979 gegründeten Büro Henn Architekten fort und entwickelten dessen Spektrum bis heute international erfolgreich weiter. Sind die Bauten von Walter Henn der räumlichen Strukturierung von Prozessen und Funktionen verpflichtet, kombiniert Gunter Henn vormals getrennte Bereiche in Hybridgebäuden wie etwa der Gläsernen Manufaktur in Dresden, wo Marketing, Produktion und Management miteinander verwoben sind.

In ausgesuchten Perspektiven richtet HG Esch den Blick auf das architektonische Detail, spürt so fotografisch die funktionalen Identitäten auf und fängt zugleich die räumlichen Qualitäten der frühen und neuen Bauten ein. Besonders deutlich ablesbar ist das in den Aufnahmen der von Walter Henn 1965 realisierten Osram Hauptverwaltung in München, dem seinerzeit ersten Großraumbüro in Deutschland, das noch heute als wegweisende Architektur wahrgenommen wird, sowie bei den Kommunikationsarchitekturen von Gunter Henn, so zum Beispiel dem Mobile Life Campus in Wolfsburg, in deren Räumen kollektiven Denkprozessen, kollaborativem Arbeiten und der Vernetzung von Wissen eine zentrale Bedeutung zukommt.

HG Esch, der die Projekte für Forschung, Lehre und Industrie im Auftrag von Henn Architekten seit langem fotografisch begleitet, beschreitet mit der Reihe 30/30 einen neuen Weg. Das Augenmerk seiner freien Arbeit ist konzeptionell auf die Konstanten im Werk beider Generationen, die Weiterentwicklung und die gestalterische Abstraktion funktionaler Anforderungen gerichtet. Durch die Abbildung in Schwarzweiß ihrem zeitlichen Kontext enthoben und durch die Konzentration auf das Detail, treten so die Berührungspunkte und Unterschiede im Schaffen der beiden Architekten im Kontext von Umgebung und Benutzung hervor.
 

Ausstellungsdauer:

Vernissage: 23. Juni 2011 | 19:30 Uhr
Ausstellungsdauer: 24. Juni bis 14. Juli 2011

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